Das finde ich tatsächlich sehr schwer zu beantworten. Dieser wunderschöne Beruf gibt mir (Iris) die Möglichkeit, zwei Menschen auf ihrem Herzensweg zu begegnen, ihnen zu lauschen und mich einzufühlen. Und da geht es mir oftmals bereits bei den intensiven Gesprächen so, dass die Zuneigung, die ich zwischen den beiden fühle, die sich in einer natürlichen Geste oder einem Blick oder einer spontanen Umarmung zeigt, auch in meinem Herzen ankommt und mich berührt. 

Es kann auch das tiefe Mitgefühl sein, dass entsteht, wenn euer Lebensweg sich durch eure Worte vor mir entfaltet und sehr ungewisse, schmerzhafte Ereignisse mit sich brachte. Das Vertrauen, dass ihr mir dabei entgegen bringt, ist für mich sehr bewegend.

Und aus all dem Leben und eurer Liebe, entsteht dann eure eigene Zeremonie. Da sind es für mich die Momente, wo ich ins stille Staunen komme! Wenn die Stimmung, die in der Luft liegt, alle Anwesenden erfasst: wie im vergangenen Herbst, als der ganze Stall gefüllt war mit ehrlicher, offener Liebe und auf den Gesichtern aller Anwesenden, die ich mit meinen Augen erblicken konnte, pure Glückseligkeit lag.

Jede Liebe hat ihre eigene Gestalt. Ihr habt eure ganz eigene Geschichte!

Was habt ihr zusammen erlebt? Wer seid ihr füreinander? Was bedeutet es euch, eure Lebenswege miteinander zu verbinden? Wir lauschen euch, schreiben bei unseren Gesprächen mit euch ganz viel mit. Eure Gedanken oder wie ihr etwas gesagt habt, mit welchem Witz, mit welchem Gefühl, fließt in unsere Feder. Wir müssen uns nichts ausdenken, nichts Allgemeines über Liebe schreiben, weil wir euch haben! Habt ihr Euren Antrag gereimt auf einem Berggipfel gemacht oder mitten im Meer im glitzernden Sonnenschein? All das ist mir (Sonja P.) in euren Geschichten bereits begegnet.

Wir befragen eure Familien und Freunde. Wie seht ihr die beiden? Was ist das Besondere an ihnen? Oft kommen die Gäste nach der Zeremonie zu mir: „Bist du mit dem Brautpaar befreundet oder verwandt? Du kennst sie so gut!“ Genauso soll es sein. Am Ende Eurer Zeremonie sollen eure Gäste sagen können: „Ja, so sind die beiden!“

Vor allem jedoch sollt ihr selbst sagen: „Was für eine wundervolle Zeit der Vorbereitung! Wir konnten eintauchen in unsere Geschichte. Haben uns Dinge gesagt und erzählt, die wir uns vielleicht noch nie so deutlich gesagt haben.“

Und so ist meine Ansprache an eurem Festtag angefüllt mit allem, was eure Liebe so besonders, so einzigartig und so wunderbar macht – eben immer wieder ganz anders und ganz neu.

Ganz ehrlich? Oh ja! Bei meiner ersten Zeremonie stand ich (Sonja B.) zehn Minuten vor Beginn allein im Trauzimmer und habe schon an allem gezweifelt… Braut und Bräutigam waren telefonisch nicht zu erreichen, keine Gäste da, was ist denn hier los? Am Ende haben die beiden aber doch noch zueinander gefunden. Oder das Brautpaar, das während der Rede hinter einer Wolke aus Ballons verschwand, die ihr Kind vom Mittelgang nach vorne trug. Stück für Stück, bis sie nicht mehr zu sehen waren…

Solche Beispiele sollen Euch zeigen: Es muss nicht immer alles perfekt sein! Kleine “Pannen” lösen die Spannung und machen den Tag noch unvergesslicher für euch und eure Gäste. Denn das sind die Geschichten, an die sich alle noch lange erinnern werden. 

Was den organisatorischen Ablauf angeht: Wir gehen mit euch und allen Beteiligten die Zeremonie bis ins kleinste Detail durch, damit eben die Trauzeugen wissen, wer welchen Ring zu übergeben hat oder der Brautvater, an welcher Seite der Braut er gehen soll. Gerne wird dabei ein Sitzplan gezeichnet oder ein Ablaufpunkt nachgestellt, damit Klarheit darüber herrscht, wer wann wo zu sein hat. 

Und da wir alle schon mehr als eine dieser Situationen erlebt haben, führen wir euch sicher und ruhig durch die Zeremonie – egal was passiert…

Im Übrigen ist es wirklich schön, mit einer ganzen Hochzeitsgesellschaft von Herzen zu lachen! 

Wenn wir unsere Brautpaare kennenlernen, erzählen wir ihnen immer: „Ihr solltet euch einige Stunden Zeit nehmen für unser Gespräch. Aber keine Sorge, die Zeit vergeht meist wie im Flug!“

Und so ist es tatsächlich: Ich (Sonja P.) tauche in eure Geschichte ein. Lausche, wie ihr euch begegnet seid, wie euer gemeinsamer Weg seinen Lauf nahm, wie ihr Wunderbares, Schweres, Bewegendes zusammen erlebt habt. „Wie sieht ein glücklicher Tag aus?“, frage ich euch. Und ihr kommt ins Erzählen. Ich sehe leuchtende Augen, eine Hand, die nach der anderen greift und sie fest drückt.

Oft sagen mir die Brautpaare, wie wunderbar es ist, die eigene Liebe lebendig werden zu lassen – all das, was im Alltag immer da ist, jemandem erzählen zu können! Und es ist spannend, schön, berührend, euch zuzuhören. Ich habe am Ende viele Bilder in meinem Kopf und eine mit meinen Notizen prall gefüllte Mappe. Angesichts dieser Fülle von Erlebnissen und Gefühlen, mit all euren einzigartigen, persönlichen Geschichten, vergeht die Zeit auch für mich wie im Flug!

Euer Hochzeitstag ist unglaublich emotional, auch schon in der Vorbereitung. Denn wenn wir über eure Geschichte sprechen, über eure Vergangenheit, dann geht es nicht immer nur um gemeinsame Urlaube oder den Heiratsantrag. Manchmal hat eine Beziehung schon begonnen, ohne dass es vorher einen Abschluss mit dem Ex-Partner gab. Ihr erzählt uns von euren geliebten und vermissten Sternenkindern. Wie sehr es euch schmerzt, dass euer Papa euch nicht mehr nach vorne bringen kann.

All das prägt euch und eure gemeinsame Geschichte und es ist wichtig, dass wir darüber reden. Natürlich sind all das absolut vertrauliche Informationen für uns. Ich (Sonja B.) spreche genau mit euch ab, ob ein sensibles Thema in der Zeremonie zur Sprache kommt und auf welche Art. In diesem Fall stelle ich euch auch einzelne Passagen meiner Rede vor, damit ihr genau wisst, WIE ich ein Thema anspreche, und schauen könnt, ob ihr euch 100% wohl fühlt damit.

Es ist uns eine Herzensangelegenheit, euch und eure besondere Geschichte in der Zeremonie zu würdigen. Und dem gerecht zu werden, was euren Weg ausmacht.

Euer Kind gehört zu euch mit dazu und kann sich selbstverständlich gerne aktiv einbringen. Ob es Blumenkind sein mag oder die Ringe überreicht, entscheidet das Kind – meistens in letzter Minute – selbst 😉 So im Mittelpunkt zu stehen ist nicht jedermanns Sache.

Ich (Imke) habe schon erlebt, wie Kinder Herzenswünsche oder kleine Texte vortragen oder sogar singen! Das ist natürlich sehr berührend, doch oft ist es schon eine kleine stille symbolische Geste, die alles sagt. Möchtet ihr eurem Kind in der Zeremonie ein Armband überreichen? Oder mit einem Schatzkästchen für gemeinsame Familienerinnerungen überraschen? Darf ich stellvertretend für euch ein Briefchen vorlesen, dass euer Kind für immer behalten darf?

Bedenkt immer: Gerade in emotionalen Dingen ist ganz wenig ganz viel. Und ehe wir etwas an den Haaren herbeiziehen, lasst uns schauen, was zu euch und eurer Familie wirklich passt. Denn auch hier gilt: Es soll Freude machen und authentisch sein!